ELDBJØRG HEMSING IN ARD – TITEL THESEN TEMPERAMENTE


The warm sound of the top North
The Norwegian violinist Eldbjørg Hemsing

TV Feature by Brigitte Kleine | 25 March 2018

Der warme Klang des hohen Nordens
Die norwegische Violinistin Eldbjørg Hemsing

In ihrer Heimat zählt sie zu den aufregendsten Violinistinnen ihrer Generation: die Norwegerin Eldbjørg Hemsing. 28 Jahre jung, ist sie dabei, auch die internationale Musikwelt zu erobern. Gerade hat sie ihre erste CD vorgelegt.

Gemeinsam mit den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Olari Elts hat sie ein Violinkonzert des fast vergessenen norwegischen Komponisten Hjalmar Borgström eingespielt. Mit den warmen Klängen bringt sie das Eis des Polarmeers zum Schmelzen. Im April geht Eldbjørg Hemsing auf Deutschlandtournee. ttt hat sie vorher im norwegischen Bodø getroffen.

Aus der Provinz in die Welt

Eldbjørg Hemsing war gerade mal sechs Jahre alt, als sie ihr erstes Konzert vor der norwegischen königlichen Familie gab. Mit elf debütierte sie als Solistin mit dem Bergen Philharmonic Orchestra. International bekannt wurde sie, als sie mit 22 Jahren bei der weltweit im Fernsehen übertragenen Friedensnobelpreisverleihung in Oslo spielte.

Aufgewachsen ist sie in einem 700-Seelen-Dorf in Südnorwegen, “einem wunderschönen Ort mit Bergen und Fjorden, an den ich immer wieder zurückkehre, wenn ich einen Ausgleich brauche”. Ihre Ausbildung absolvierte sie unter anderem in Wien bei dem ukrainisch-österreichischen Meisterviolinisten Boris Kuschnir. Seit rund einem Jahr lebt sie in Berlin.

Wiederentdeckung eines Meisterwerks

Für ihre erste CD hat sie sich ein ganz besonderes Musikstück ausgesucht: das Violinkonzert in G-Dur von dem 1864 geborenen norwegischen Komponisten Hjalmar Borgström.

“Als ich die verstaubte Partitur öffnete, war ich sofort fasziniert”, erzählt sie. “Dieses Concerto, das 1914 komponiert wurde, ist unglaublich schön und soll nun endlich die verdiente internationale Aufmerksamkeit bekommen.”

Nach seiner Uraufführung wurde es bis zu Hemsings Wiederentdeckung nur noch ein einziges Mal gespielt. Ihre CD ist die weltweit zweite Aufnahme dieses fast vergessenen Werks. Auch wenn Borgström stark von der deutschen Romantik geprägt ist, fühlt sich Eldbjørg Hemsing von seiner Musik an ihre Heimat erinnert. “Sie ist sehr melodisch, sehr lyrisch”, findet sie, “gleichzeitig klar und rein”.

Die russische Seele

Als zweites Stück für ihr Solo-Debüt hat sie das erste Violinkonzert von Dmitri Schostakowitsch ausgewählt. “Ich habe es mit meinem Lehrer Professor Boris Kuschnir einstudiert. Er wiederum war ein Schüler des legendären Geigers David Oistrach, dem Schostakowitsch das Konzert gewidmet hat”, sagt sie. “Durch ihn habe ich viel über die russische Seele und ihre einzigartige melancholische Stimmung lernen können.”

Auf Deutschlandtournee

Für die Zukunft hat die junge Musikerin große Pläne. Im September wird sie ein Werk von Tan Dun uraufführen. Der in New York lebende chinesische Komponist hat sich Eldbjørg Hemsing als Solistin für die Weltpremiere gewünscht. Die beiden verbindet seit Jahren eine musikalische Partnerschaft.
Vorher aber geht sie mit der Nordwestdeutschen Philharmonie auf Tournee und gastiert am 11. April in Paderborn, am 12. April in Minden, am 13. April in Herford, am 14. April in Bad Salzuflen, am 15. April in Bad Oeynhausen, am 17. April in Detmold, am 18. April in Gütersloh und am 28. April in Bad Pyrmont.

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